Heimatverein Vorhelm e.V.

 

Heimatverein Vorhelm e.v.

Der Heimatverein Vorhelm wurde im Jahr 1947 gegründet. Durch die vielen technischen Neuerungen und die Folgen der Industrialisierung drohten auch auf dem Land viele Spuren der ursprünglichen Struktur verlorenzugehen. Je mehr Maschinen in die bäuerlichen Betriebe einzogen, desto intensiver schwanden die alten Bräuche. Hinzu kamen die Veränderungen im Lebensalltag durch den Zuzug der Ostvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein Initiativkreis aus Vorhelmer Bürgern machte es sich zur Aufgabe, die Berichte von Zeitzeugen zu sammeln und aus der Historie gewachsene Traditionen zu pflegen. Seit Anfang der 1950er Jahre brachte sich der Heimatverein neben Kirchenchor und Landwirten in die Ausrichtung des Erntedankfestes ein. Der erste Höhepunkt in seiner noch jungen Geschichte war die Ausrichtung der 700-Jahr-Feier Vorhelms vom 18. bis 26. September 1954, in deren Rahmen auch die Einweihung der Erweiterung des Kriegerehrenmals fiel. Erst kurz zuvor hatte der Heimatverein ein erstes Heimatbuch für die Gemeinde Vorhelm herausgebracht, das neben der Frühgeschichte des Ortes auch die damalige Infrastruktur und die bereits vorhandenen Neuerungen dokumentierte.

Am 1. Mai 1974 richtete der Heimatverein gemeinsam mit der TuS Westfalia Vorhelm - im Anschluss an den traditionellen Maibaum der Sportfreunde - eine erste Maibaumaufstellung aus. Der Symbolstamm, versehen mit Wappentafeln der Zünfte und einem Spruchbild Augustin Wibbelts, stand fast ein Jahrzehnt neben der Hellbachhalle an der Dorffelder Straße. Da er im gesamten Jahresverlauf Wind und Wetter ausgesetzt war, wurde sein Holz jedoch morsch. Nach einem heftigen Windstoß brach der Maibaum in Höhe seiner Hülse und stürzte um.

Zur Eingemeindung Vorhelms ins Stadtgebiet Ahlen erschien im Jahr 1975 ein weiteres Heimatbuch unter dem Titel "Vorhelm in Bild und Wort". In den Folgejahren übernahm der Heimatverein auch den Nachlass des Kriegervereins, der später aufgelöst wurde, und wies in Zusammenarbeit mit dem damaligen Sport- und Kulturausschuss mehrere Wanderwege um Vorhelm aus (Rundweg Haus Vorhelm, Rundweg Torcksholt, Rundweg Dorffeld und Rundweg Tönnishäuschen). Die Routen wurden in eigens gedruckten Kartenwerken unter Federführung von Johannes Everding und Adolf Müller herausgebracht. In den 1980er Jahren nahm sich der Heimatverein der arg heruntergekommenen Windmühle Krumtünger an. Sie stand seit Jahren leer und wurde mit viel Eigenleistung restauriert. Letztlich stellte sie der Eigentümer dem Verein als Pachtobjekt zur Verfügung, so dass sich hier ein festes Domizil für Heimatfreunde etablierte. Regelmäßig werden seit 1987 Vortrags- und Bildabende, auch auf Plattdeutsch, in den Mühlenräumen ausgerichtet. Zeitweise gab es auch ein Mühlenfest, um die Kosten für Renovierung und Erhalt wieder einzubringen. Erst im Jahr 2000 wurde der Maibaum-Gedanke wieder aufgegriffen. Schon im Jahr darauf, am 30. April 2001, wurde ein neuer und robusterer Maibaum in der Dorfmitte aufgerichtet. Der neue Standort war zentral in der Grünanlage zwischen Kriegerehrenmal, Wibbelt-Brunnen und Hauptstraße. Um die schmucke Bereicherung des Ortsbildes vor Witterungseinflüssen zu schonen, wird der Maibaum jedes Jahr im Herbst wieder abgebaut und in ein Winterquartier geleitet. Da sich das Maibaumfest zu einem echten Volksfest entwickelte und viele Helfer aus den eigenen Reihen eingebunden sind, beschloss der Vorstand, das Mühlenfest nur noch zu besonderen Anlässen auszurichten oder alternativ "Tage der offenen Tür" in der Mühle anzubieten.

Im Jahr 2004 feierte Vorhelm sein Dorfjubiläum "800 Jahre und mehr". Pastor Hermann Honermann hatte, da eigentlich das 750-Jährige ins Haus stand, nachgeforscht und Archive gewälzt. Dabei stellte er fest, dass sich die Wurzeln der Geschichte Vorhelms deutlich weiter als bis dato angenommen zurückverfolgen lassen. Unter Federführung von Hildegard Latzel (Arbeitskreis Plattdeutsche Sprache) erschien ein unterhaltsames Buch mit Anekdoten älterer Vorhelmer - natürlich in Mundart inklusive hochdeutscher Übersetzungen. Nach dem Tod des langjährigen Dorfchronisten und Pressereporters Theo Keseberg im Mai 2008 wurde dem Heimatverein dessen umfangreiches Bildarchiv zur Verfügung gestellt - mit der Maßgabe, es zu sichten, zu digitalisieren und es den Vorhelmer Vereinen und Verbänden zugänglich zu machen.

Der Eigentümer der Alten Mühle erwog im Jahr 2010 den Verkauf seines Rundbaus. Als einstiger Retter und langjähriger Nutzer der Mühle erhielt der Heimatverein Vorhelm ein Vorkaufsrecht. Dank großzügiger Spender konnte das Objekt im 2012 gekauft werden. Im Nachgang richteten die Heimatfreunde im Obergeschoss einen Archivraum ein, um dort Bücher und Festschriften über Vorhelm sowie Karten und Bilddokumente in sinnvoller Ordnung unterzubringen. Auch hier halfen Spender eifrig mit. Inzwischen sind auch mehrere private Nachlässe und Vereinsdokumente sowie umfangreiche Veröffentlichungen des Heimatdichters Augustin Wibbelt hier zu finden.

Seit 2012 bringt der Heimatverein Vorhelm in Zusammenarbeit mit der Kalender-Manufaktur Verden einen Historischen Kalender heraus, der aus dem Archivmaterial zusammengestellt wird.

Im Jahr 2016 wurde aus Anlass des 100. Jahrestages der Schließung des Strontianitbergwerks "Alwine" eine Erinnerungsstation in der entsprechenden Bauerschaft eingeweiht.